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Radiosender erkaufen sich Hörer

Alle Jahre wieder wetteifert die Hörfunklandschaft um ihre Hörer. So auch dieses Jahr.

Die einen Sender verdoppeln oder verdreifachen gar das Gehalt, die anderen versprechen „Smartphones für alle“. Oder um es ein bisschen direkter zu sagen, sie erkaufen sich ihre Hörer. Grund dafür ist die derzeit durchgeführte Marktforschung der Funkanalyse Bayern, die jedes Jahr von der Landeszentrale für neue Medien s für die Radiosender in Auftrag gegeben wir. Hier soll festgestellt werden, wie häufig welcher Sender gehört wird. Wie sonst soll ein Sender im Ohr bleiben? Anhand der Musik in Zeiten des Einheitsbreis sicherlich nicht.

Doch mal ganz ehrlich, wie genau soll das funktionieren „Smartphones für alle“? Wenn man nun von ein paar Tausend Hörern ausgeht, dann müssten sie auch diese Menge verschenken, aber so kommt es natürlich nicht. Betrachtet man nun das aktuelle Gewinnspiel, dann stellt man fest, dass seit nun mehr als über einer Woche On Air davon gesprochen wird, dass es „Smartphones für alle“ gibt, verlost wurde aber bisher noch keines. Im Gegenteil die Hörer müssen sich melden und mitteilen, was sie für ein Smartphone bereit wären zu tun. Und nur der- oder diejenige, welche/r dann das für den gemeinen Hörer beste Aktion unterbreitet, hat dann auch die Chance auf ein Smartphone. Also von wegen „Smartphones für alle“.

Aber auch die Sender, welche das Gehalt vervielfachen wollen, sind doch nicht immer ganz ehrlich oder mal ganz ehrlich? Zuerst müssen sich nämlich die Hörer registrieren, in dem sie ihre Lohnabrechnungen dem Sender zuschicken. Aus diesen werden dann zu einer werberelevanten Uhrzeit ein Glücklicher vom Sender gezogen. Dieser wird aber dann nicht vom Sender angerufen, sondern es wird nur der Name erwähnt. Der Gezogene muss sich nun selbst beim Sender innerhalb einer gewissen Zeit melden. In der Regel gegen 07:10, da diese Stunde für den Sender und deren Werbekunden die Attraktivste ist. So kann natürlich der Sender seine Hörer an sich binden und so dafür sorgen, dass so viele wie möglichst einschalten. Nun ist es aber so, dass viele Hörer zu dieser Zeit doch nicht zu hören können und so auch nicht wissen, dass sie gezogen wurden, somit spart der Sender ein paar Euro. Aber mal ganz ehrlich, wer garantiert denn dafür, dass die gezogenen Namen auch wirklich existieren und keine Fantasienamen sind? Richtig! Keiner!

Aber wie dem auch sei, so freuen wir uns doch bereits heute, wenn die Radiosender Ende Juni, Anfang Juli wieder sich selbst beweihräuchern, wenn die Ergebnisse der Funkanalyse Bayern veröffentlicht werden, denn dann sind auf einmal wieder jeder der Sender auf Platz 1.

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